Flurkreuz Unterer Kreuzstein

Flurkreuz Unterer Kreuzstein

Am Soleleitungsweg in Mitterweißenbach direkt neben der Bundesstraße


Ort

Im Gegensatz zum jedermann bekannten „Oberen Kreuzstein“ fristet der „Untere Kreuzstein“ heute ein wenig beachtetes Dasein. Ursprünglich stand dieses Kreuz auf einer Felsinsel im Traunfluss, die als gefährliches Schiffahrtshindernis erst 1912 gesprengt  worden ist. Ein Kreuz ist schon um 1680 auf dem Felsen nachweisbar, wahrscheinlich wurde es von Anna Polixena Lidl, deren Sohn hier 1719 verunglückt ist, erneuert. Am 3. Juni 1720 passierte hier die vermutlich folgenschwerste Schiffskatastrophe im Salzkammergut mit ca. 70 (!) Toten. Ein weiteres Unglück geschah am 12. August 1816. Im 19. Jh. wurde das Kreuz mehrfach erneuert, aus dieser Zeit (wahrscheinlich von 1860) stammt auch die Christus-Figur aus Gusseisen, gestiftet von einem Grafen Erdödy. Nach der Sprengung der Insel wurde das Kreuz auf den Felskopf oberhalb des jetzigen Standorts versetzt, 1938 an die jetzige Stelle. 

Das nicht allzu große Holzkreuz mit vergoldetem Corpus wird von einem bordürengesäumten Blechdach beschirmt. 

2020 in Erinnerung an das Schiffsunglück vor 300 Jahren ließ der Ischler Heimatverein das Kreuz restaurieren.

Zwei Erinnerungsmarterln an 1720 und 1816 wurden neben dem Kreuz aufgestellt.