Franz Stelzhamer Gedenkstein

Franz Stelzhamer Gedenkstein

Hasnerallee


Ort

Leben und Werk

Franz Stelzhamer (1802 - 1874)

Stelzhamer, Oberösterreichs berühmtester Mundart-Dichter, wurde als Sohn eines Schneiders und Kleinhäuslers in Groß-Piesenham bei Ried i.I. geboren. Nach dem Besuch des Gymnasiums zu St. Peter in Salzburg studierte er Jus in Graz und Wien, jedoch ohne Abschluss. Er arbeitete als Hauslehrer und Schauspieler und veröffentlichte Gedichte - in hochdeutscher Sprache und Mundart. Der erste Band Lieder in obderenns'scher Volksmundart (1837) brachte ihm Erfolg bei Publikum und Kritik.

Nach unsteten Wanderjahren ließ sich Stelzhamer in Wien nieder, wo er für diverse Journale schrieb und an dem von Adalbert Stifter herausgegebenen Sammelband Wien und die Wiener mitarbeitete. Eine längere Vortragsweise nach Bayern brachte ihm die Anerkennung des Bayernherzogs Maximilian. Neben weiteren Mundartge-dichten (zB D'Ahnl, Selbstverlag 1851) veröffentlichte er auch hochdeutsche Prosa. Seine jahrelange Geldnot wurde durch die Gewährung eines Ehrensolds und eines Künstlerstipendiums beendet. Der Kaiser verlieh im 1855 die goldene Medaille für Wissenschaft und Kunst.

1952 wurde sein Gedicht Hoamàtgsang zur Landeshymne von Oberösterreich erklärt.

Bezug zu Ischl

Stelzhamer hielt sich gerne in Ischl auf: erstmals vermutlich 1842, dann auch 1843. 1844 trug er seine Gedichte sogar dem Kaiserhaus vor. Seine Lesungen wurden in den Curlisten angekündigt.

Stelzhamer widmete 1856 den Ischlern das Gedicht „Da stoaner Brief z´ Ischl“, womit er auf den Bau der Kaiservilla und die damit gesicherte Zukunft von Ischl anspielt.

Aus seinem Nachruf im Ischler Wochenblatt: "Seit 1871 kam er auch regelmäßig nach Ischl, wo er in der ehemaligen Nestroy-Villa sich niederzulassen pflegte. Ischl ehrte das Andenken des trefflichen Mannes, indem es 1872 seinen 70. Geburtstag feierte [...]"

Zum Denkmal

Das Denkmal in seiner heutigen Form ließ die Gemeinde Ischl 1974 zum 100sten Todestag des Dichters errichten. Es gab jedoch einen ähnlichen Vorläufer ohne Potrait, der 1952 schon vorhanden war. Dieser wiederum war die in der Nazizeit „umfunktionierte“ „Paul-Hohenau-Anlage“, ein dem Diplomaten, Schriftsteller, Vorkämpfer der Völkerverständigung und des ökonomischen Wiederaufbaues und treuen Ischler Kurgast Paul (von) Hohenau (1872 – 1944) gewidmetes Denkmal von 1934. 2014 wurde das „Stelzhamer-Denkmal“ etwas weiter zur Traun hin verschoben und verkleinert neu aufgebaut.

In einen Aufbau aus Steinbrocken sind ein Portrait-Medaillon aus Marmor von Matthias Loidl und eine Marmorplatte mit Inschrift (beide von 1974) eingelassen

Stelzhamer sah im Ischler Bad nur eine kurzfristige Modeerscheinung und dichtete deshalb ironisch:

"Wirers Wildnis - Wirers Bildnis / Wirers Hain - Wirers Höh' / Wirers Quell - Wirers Haus / Meiner Seel - man kennt sie / Vor Verwirrung - fast nöt aus."

Als sich in den 1850er Jahren der junge Kaiser im Sommer permanent ansiedelte, bekannte er seinen Irrtum freimütig in seinem Steinernen Brief z'Ischl:

"Wohl gewendet hat sie's Blattl / Aber auf de sche Seit, / Und da Franz, der Narrndattl, / hat falsch prophezeit."