Karl Kraus Gedenktafel

Karl Kraus Gedenktafel

Kreuzplatz 7


Ort

Leben und Werk

Karl Kraus (1874 - 1936)

Kraus war das neunte Kind einer aus Böhmen stammenden Familie jüdischer Herkunft. Schon früh bewegte er sich in den Kreisen der Wiener Kaffeehaus-Literaten und wurde mit seiner ersten Satire Die demolierte Literatur (1897) rasch berühmt, aber auch berüchtigt. Als Herausgeber der kulturkritischen Zeitschrift Die Fackel (seit 1899) griff er die Großen und Mächtigen seiner Zeit an: Börsespekulanten, Banker, Presse-Zaren und sogar den Polizeipräsidenten Johann Schober, einen Hauptverantwortlichen für das Massaker beim Brand des Justizpalastes im Juli 1927.

Seine öffentlichen Vorlesungen aus eigenen Werken, aber auch jenen von Shakespeare bis Nestroy waren literarisch-kulturelle Großereignisse mit oft über 1000 Zuhörern.

Kraus war - neben Schnitzler und Bertha von Suttner - eine der wenigen namhaften Stimmen gegen den Krieg und hat dagegen in seinem Hauptwerk Die letzten Tage der Menschheit angeschrieben. Dieses Drama wurde (auch) durch die Sprechplatten von Helmut Qualtinger berühmt; vor Kurzem wiederaufgenommen durch Erwin Steinhauer.

Bezug zu Ischl

Der erste gesicherte Aufenthalt von Karl Kraus in Bad Ischl datiert aus 1892, nachdem er die Matura abgelegt hatte. Im Jahr darauf wagte der jugendliche Dichter eine Sensation und las im Ischler Curhaus Gerhart Hauptmanns Die Weber; das Werk war wegen seiner zeitkritischen Ansätze zunächst sogar verboten worden.

Von 1894 an war er Korrespondent der Neuen Freien Presse und schrieb von Ischl aus mehrere Berichte zum Ischler Sommerleben. Seine Ischler Briefe sind trotz bissigem Sarkasmus treffend und humorvoll und zeugen von seiner Verbundenheit mit diesem Ort (siehe Zitat).

Die Gedenktafel wurde am 1. Juli 2014 enthüllt.

"Mir ist in Ischl immer, als ob die Berge ringsum nur eine Art Decoration wären, die man auf die Wiener Ringstraße gestellt hat. [...] Hübsche Frauen und Mädchen in den neusten Einfällen der Mode, junges und älteres Herrenpublicum, Traungigerl, ab und zu ein kokett getragenes Steirercostüm mit obligatem nackten Knie und eisenbeschlagenem Bergstocke..."

– K. Kraus –