
Ortschaft Kaltenbach in der Engleitenstraße neben der Traunbrücke
An Stelle der heutigen Straßenbrücke befand sich hier eine Eisenbahnbrücke über die Traun. Ein Teil davon wurde nach dem Abbruch erhalten und neu gestrichen. Dieser Brückenrest soll an die Salzkammergut Lokalbahn erinnern, die einst hier fuhr.
Die Schmalspurbahn ging 1890 mit der ersten Teilstrecke Ischl-Strobl in Betrieb. Die Station Ischl war allerdings außerhalb westlich gelegen (etwa dort, wo heute in der Salzburgerstraße die Shell-Tankstelle ist).
Ab 23.7.1894 fuhr der Zug durchgehend von Ischl bis Salzburg. Damit er auch vom Hauptbahnhof abfahren konnte, musste eine Brücke über die Traun errichtet werden.
Weiters wurde ein Tunnel durch den Kalvarienberg gegraben. Nach dem Verlassen des Tunnels in der Nähe der „Schratt-Villa“ überquerte der Zug auf einem unbeschrankten Bahnübergang die Straße Ischl – Salzburg. Manche, die damals Kinder waren, erinnern sich an das Pfeifen um 7 Uhr früh. Dann musste man eiligst aufstehen um nicht zu spät in die Schule zu kommen.
Gäbe es die S.K.G.L.B. noch heute, würde sie alle existierenden Dampfbummelzüge in den Schatten stellen – so wunderschön ist die Landschaft, durch die sie fuhr. 3 Seen konnte man in Ruhe betrachten, wenn man bis Salzburg fuhr: Wolfgangsee, Krottensee, Mondsee.
1893 wurde noch die Schafbergbahn eröffnet, die man von der Haltestelle St. Wolfgang mit dem Schiff erreichen konnte.
Nicht immer verlief der Betrieb reibungslos. Im „Erinnerungsschatz“ des Ischler Heimatvereins findet sich ein Foto von einem Unfall am 15.2.1925. Er ereignete sich zwischen Strobl und der Station Wolfgang um 7 Uhr 10 min. in der Früh. Der Lokführer fand dabei den Tod, sein Heizer wurde schwer verletzt. Auch 20 Passagiere waren verletzt.
Hier nun einige Zahlen:
Im Sommerfahrplan gab es bis zu 7 durchfahrende Züge täglich
Fahrdauer Ischl – Salzburg ca. 3 Stunden, Schnellzüge ca. 2 ½ Stunden
Frequenz: 1911 400 000, 1918 650 000 Passagiere
1943/44 gab es wegen des Krieges bis zu 1 ½ Millionen Passagiere
1946: 2 146 000 Reisende!
Ab 1950 sanken die Passagierzahlen, machten aber immer noch 800 000 bis 900 000 aus.
Trotz massiver Proteste der Bevölkerung (in Salzburg demonstrierten 2500 Personen) wurde die Bahn am 30.9.1957 eingestellt. Der Güterzugdienst lief noch bis 10. Oktober. Dann wurde sofort mit dem Abriss der Geleise begonnen. Dies geschah so hastig, dass in St. Gilgen Waggons übrig blieben und mit dem Tieflader abtransportiert werden mussten.
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