Mariä Heimsuchungskapelle

Mariä Heimsuchungskapelle

in Hinterjainzen, bei Jainzentalstraße 65, vor der Kapelle zweigt Richtung Osten der Weg nach Hinterroith ab


Ort

Eine Frauen-Kapelle an dieser Stelle ist schon 1785 bezeugt, die gegenwärtig bestehende Kapelle „Mariä Heimsuchung“ wurde 1868 von Johann und Margarethe Sarsteiner erbaut, den Eigentümern des altrenommierten Hotels „Goldenes Kreuz“ in Ischl. Diese besaßen damals auch das gleich östlich der Kapelle befindliche „Mayrgut in der Ramsau“, die spätere „Gebirgsbauernschule“ Jainzen 9, Jainzentalstraße 62. Ihre Nachfolger Johann und Josefa  Sarsteiner trugen als Weltreisende eine große, heute im Ischler Stadtmuseum befindliche ethnologische Sammlung zusammen.  1898 ging die Kapelle mit dem Bauerngut in kaiserlichen Besitz über, von den Nachkommen des Kaisers wurden Gut und Kapelle 1973 an einen Salzburger Landwirt verkauft.

Der Plan für die Kapelle soll der Tradition nach von J. M. Ramsauer stammen (vgl. Kapelle an der Lindaustraße), das Altarbild wurde 1902 neu geweiht. 1998 fiel der riesige Baum neben der Kapelle.

Ebenso großzügig wie das Mayrgut selbst ließ das Hotelier-Ehepaar die Kapelle erneuern, und zwar im damals modernen neugotischen Stil. An der Schauseite seitlich Strebepfeiler, gotisierende Putzgliederung mit Inschrift, als Dachreiter ein Steinkreuz auf gestuftem Naturstein-Sockel (Inschrift vorne IHS, seitl. Blattwerk, hinten Jz. 1868). Im Inneren ein Spitztonnengewölbe mit Stuckleisten, neugotische Altarumrahmung, das Altarbild selbst – „Mariä Heimsuchung“ von Karl Wutschl – hat jedoch einen Neo(?)-Rokoko-Rahmen. Neugotisches Gestühl, ebensolche in typischer Art buntverglaste Fenster u. Türe, Schmiedeeisen-Ampel, an den Wänden Klosterarbeiten, Fotos und Andenken aus dem Hl. Land von einer Weltreise 1887 sowie der  schönverzierte „Grundstein“ von 1868.