Marie Louisensquelle

Marie Louisensquelle

Salzburgerstraße 79, die Salzburgerstraße ist hier gleichzeitig die Bundesstraße B 158, der „Quelltempel“ steht gleich neben der Straße in einem Baumkreis.


Ort

Hier befand sich wohl die zur Salzgewinnung schon 1312 erwähnte Quellsole der Nonnen von Traunkirchen (das „Pfännlein im Ischlland“), die noch im 14. Jh. eingegangen ist. Die von Wirer als heilkräftig erkannte  Quelle war zu seiner Zeit ein beliebtes Ausflugsziel, ihr Wasser wurde auch in Flaschen gefüllt und weithin verschickt. Sie ist nach Marie-Louise von  Österreich, Tochter Kaiser Franz I. (II.), zweite Frau Napoleons und später Herzogin von Parma (1791 – 1847) benannt, die den 1840 eingeweihten Pavillon erbauen ließ. 1930 wurden Quellfassung und Pavillon erneuert, die Quelle wurde aber später nicht mehr zu Kurzwecken benützt, da sie einen (je nach Witterung) schwankenden Mineralgehalt aufwies. 2005 wurde der in Privateigentum übergegangene Pavillon vorbildlich generalsaniert und eine neue Quellfassung südlich des Pavillons am Hangfuß angelegt. Seit 2006 kann man Wasser der Heilquelle wieder kaufen („SOOL“).

In einem Kreis alter Bäume steht als seltenes Denkmal biedermeierlicher Badekultur der klassizistische, außen zurückhaltend gestaltete Quellpavillon: Steinsockel, an den Ecken Lisenen, zarte Stuckleisten, kurze Freitreppe, Tür scheinbar vierflügelig, zu öffnen jedoch nur die Mittelflügel. An den Seitenwänden je ein Fenster mit Jalousieläden mit fein gearbeiteter Umrahmung. Flaches Satteldach. Innen ist die biedermeierliche Ausstattung noch fast vollständig erhalten: in der Mitte der Abgang zum tieferliegenden Quellwasser (mit Pumpe von 1930), in den Ecken Bänke und Tische, stirnseitig ein klassizistischer Wandschrank, originaler Plattenbelag, Spiegelgewölbe.

Die Nutzung einer der seltenen Gelegenheiten zur Besichtigung des Pavillons wird wärmstens empfohlen, kaum anderswo ist der Lebensstil der Kurgäste der „glorreichen“ Frühzeit des Badeortes Ischl besser vorstellbar als hier. Die weitere Umgebung der Quelle kann allerdings leider nur als Katastrophe bezeichnet werden.