Marterl  beim Hohenzollern-Wasserfall

Marterl beim Hohenzollern-Wasserfall

nördlich von Jainzen, nahe Hohenzollerweg 7. Der Hohenzollerweg zweigt in der Ortschaft Jainzen von der Jainzentalstraße ab und geht in einen direkt zum Wasserfall führenden Steig über


Ort

Das Marterl befindet sich direkt neben einer vielbesuchten Sehenswürdigkeit der Biedermeierzeit, dem „Hohenzollern-Wasserfall“, bei dem – wie der Name schon sagt – von der Fürstin Pauline von Hohenzollern-Hechingen 1827 (?) ein Ruheplatz gestiftet wurde. Dieser Platz, bestehend aus Tisch und Bank, befand sich genau dort, wo jetzt das Marterl steht und war durch einen Steg über den Bach zu erreichen. Das Marterl ruft ein tragisches Ereignis ins Gedächtnis: In den 1930er Jahren stürzte sich hier Theresia S. aus Jainzen aus Liebeskummer die Felswand hinab.

Das detailreich verfertigte, teilweise verschindelte Holzkästchen mit Satteldächlein auf einem abgefasten Holzpflock steht direkt an der Felswand und ist außen zur Gänze grün gestrichen, die tiefblaue Färbelung des Inneren kommt auch anderwärts vor und scheint einige Zeit modern gewesen zu sein. Im Kästchen nur ein alter Druck, auf dem Jesus und Maria-Magdalena (?) dargestellt sind (Unterschrift: So nimm denn meine Hände und führe mich – Beginn eines 1862 veröffentlichten Gedichts)

 

Nur einige Schritte vom Wasserfall entfernt am Waldrand befindet sich ein weiterer Ruhe- und Aussichtsplatz der Biedermeierzeit, nämlich die „Dachstein-Ansicht“ (später auch: -"Aussicht“), gestiftet um 1830 vom Offizier und Gelegenheitsdichter Josef Stierle-Holzmeister, der auch gleich ein passendes Gedicht dazu geliefert hat. Der einstmals hier befindliche Pavillon ist längst verschwunden, das Stierle-Holzmeister´sche Gedicht wurde durch eines von Viktor Scheffel ersetzt, geblieben sind zwei Bänke und natürlich der namengebende Blick zum Dachstein.