Kreuzstein  im Traunfluss

Kreuzstein im Traunfluss

An der B 145 auf Höhe des Umfahrungsknotens Nord (Abzweigung ins Stadtzentrum)


Ort

Bis ins 19. Jahrhundert hieß der Obere Kreuzstein „Kohl(en)stein“. Eine gewaltige Wasserriese, mit deren Hilfe um 1720 Brennholz aus dem Rettenbachtal zur Ischler Saline geschwemmt wurde, benutzte den Felsen als „Brückenpfeiler“. Der Name „Kohlstein“ leitet sich wohl von einer Kohlstätte bei der Rettenbach-Mündung ab, in der angeschwemmtes Abfallholz aus dem nahen Rettenbachrechen verwertet wurde. Im Gegensatz zum „Unteren Kreuzstein“ (Mitterweißenbach) hatte der „Obere Kreuzstein“ als Schiffahrtshindernis kaum Bedeutung, von Schiffbrüchen ist nichts überliefert.

Den ersten Beweis für ein Kreuz auf dem „Kohlstein“ liefert ein 1796  datierter Kupferstich, Wirer spendete ein neues Kreuz, der jetzt noch vorhandene Corpus wurde 1855 vom Hofgärtner Rauch, der damals mit der Neugestaltung der zukünftigen kaiserlichen Sommerresidenz beauftragt war, gestiftet, ob aus eigenem Antrieb oder im Auftrage des Hofes, bleibt wegen widersprüchlicher Quellen unklar. Grund war jedenfalls die Demolierung einer Kapelle im eben entstehenden „Kaiserpark“, das alte Kreuz dürfte kurz vorher einem Orkan zum Opfer gefallen sein. Seither wurde das Kreuz noch wiederholt vom Sturm gefällt und manchmal weit entfernt in der Traun beschädigt wiederaufgefunden, den größten Schaden hat jedoch die „Restaurierung“ von 1975 angerichtet, da dabei der Corpus innen mit Beton ausgegossen wurde. Die dadurch verursachten Schäden wurden bei der letzten, vom Ischler Heimatverein initiierten Restaurierung (2008) behoben, sodass sich das Wahrzeichen nun wieder in Bestzustand präsentiert. Das restaurierte Kreuz wurde am 23. Mai 2008 eingeweiht.Die früher so romantische Umgebung hat durch den Straßenbau der 1970erjahre leider stark gelitten, der Popularität des „Kreuzsteins“ konnte das aber glücklicherweise nichts anhaben.

Beim etwas überlebensgroßen, auf einem freistehenden Lärchenholzkreuz (von 1975) befestigten Corpus handelt es sich um eine von der Gießerei Mohrenberg in Wien als Zinkguß ausgeführte Kopie des gotischen, 1945 großteils verbrannten Lettner-Kreuzes im Wiener Stephansdom. Von dieser Plastik gibt es etliche Abgüsse, bis jetzt sind 9 Stück bekanntgeworden. Der „Ischler“ Christus ist schon seit dem 19. Jh. vergoldet, es gibt aber Hinweise, dass er ursprünglich naturalistisch gefasst war (eine Vorstellung von einer solchen Fassung gibt z.B. der Christus an der Pfarrkirche von Kirchberg am Wechsel).